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Dusche abdichten

Undichte Duschen haben fast immer eine von drei Ursachen: gerissene oder abgelöste Silikonfugen, einen undichten Wannen-/Tassenanschluss oder verschlissene Dichtlippen an der Duschtür. Alle drei kannst du selbst beheben: Fugen komplett erneuern (nicht überschmieren), den Anschluss mit belasteter Wanne neu verfugen und Türdichtungen als Meterware tauschen. Wichtig: Erst die Ursache finden — Wasserflecken zeigen sich oft weit entfernt von der eigentlichen Leckstelle.

Schritt für Schritt

  1. Leckstelle eingrenzen

    Duschwanne gezielt testen: Fugen mit der Handbrause einzeln abduschen und (am besten zu zweit) beobachten, wo Wasser austritt. Auch prüfen: Läuft Wasser nur beim Duschen aus (Spritzwasser durch Tür/Vorhang) oder auch danach (Fuge/Anschluss undicht)?

  2. Alte Fugen vollständig entfernen

    Sämtliche schadhaften Silikonfugen mit Cutter und Fugenkratzer restlos herausschneiden — besonders die Bodenfugen und senkrechten Eckfugen. Bei schwarzem Schimmelbefall hinter der Fuge muss alles trocknen, bevor neu verfugt wird; ein Fön hilft, Restfeuchte zu finden (beschlägt ein danach aufgeklebtes Klebeband-Stück, ist noch Feuchte drin).

  3. Neu verfugen — mit belasteter Wanne

    Duschtasse mit Wasser füllen oder selbst hineinstellen, dann Sanitärsilikon in einem Zug einbringen und glätten. Die Bodenfuge zur Duschtasse ist eine Wartungsfuge — sie gehört alle paar Jahre erneuert und ist die häufigste Leckquelle.

  4. Duschtür-Dichtungen tauschen

    Die transparenten Dichtlippen unten an Glastüren verhärten und schließen dann nicht mehr. Profil abziehen, ein Stück als Muster mitnehmen (Glasstärke 6 oder 8 mm beachten) und neue Meterware aufstecken — kostet 10–20 € und stoppt das ‚mysteriöse' Wasser vor der Dusche.

Werkzeug & Material

  • Cuttermesser und Fugenkratzer
  • Kartuschenpresse
  • Fugenglätter
  • Handbrause zum gezielten Testen
  • Sanitärsilikon mit Fungizid
  • Duschtür-Dichtprofil als Meterware (passend zur Glasstärke)
  • Silikonentferner, Spiritus, Malerkrepp

Häufige Fehler

  • Nur die sichtbare Stelle nachschmieren: Ein Klecks Silikon auf die alte Fuge dichtet nichts — Wasser läuft in der Fuge weiter und tritt an der nächsten Schwachstelle aus. Fugen immer im Ganzen erneuern.
  • Leerstehende Wanne verfugen: Ohne Belastung senkt sich die Tasse beim ersten Duschen um ein paar Millimeter und reißt die frische Fuge auf. Wanne beim Verfugen immer füllen oder belasten.
  • Feuchte Wand einfach zuspachteln: Wenn die Wand hinter der Fuge schon durchfeuchtet ist (dunkle Flecken, bröselnder Putz auf der Rückseite), muss sie trocknen — sonst schimmelt es hinter der neuen Abdichtung weiter. Bei größeren Wasserschäden Fachbetrieb mit Feuchtemessung holen.

Im Video gezeigt

Häufige Fragen

Woher weiß ich, ob die Abdichtung UNTER den Fliesen defekt ist?

Wenn trotz einwandfreier Silikonfugen Feuchtigkeit in Nachbarräumen oder an der Decke darunter auftaucht, ist womöglich die Verbundabdichtung unter den Fliesen schadhaft. Das ist keine Fugen-Reparatur mehr, sondern eine Teilsanierung — hier braucht es den Fachbetrieb, sonst saniert man alle zwei Jahre die Symptome.

Wie lange darf ich nach dem Verfugen nicht duschen?

24 Stunden Minimum, bei tiefen Fugen besser 48. Silikon härtet mit ca. 2 mm pro Tag durch — eine zu früh belastete Fuge löst sich von den Flanken und war umsonst.

Duschvorhang oder Glaswand spritzt Wasser vorbei — zählt das als undicht?

Das ist ein Spritzwasser-, kein Abdichtungsproblem: Wasser auf dem Boden direkt nach dem Duschen, aber trockene Fugen. Lösungen: längerer/beschwerter Vorhang, zusätzliche Dichtlippe an der Glaskante oder eine Duschabtrennung, die weiter über die Wanne ragt.

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