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Fliesen bohren ohne Risse

Fliesen bohrst du mit einem Fliesen- oder Glasbohrer, ohne Schlagfunktion und mit wenig Druck — der Schlag ist es, der Fliesen sprengt. Bohrstelle mit Malerkrepp abkleben (verhindert Verrutschen), langsam anbohren, und erst wenn die Fliese durchbohrt ist, mit dem Steinbohrer und ggf. Schlag in die Wand dahinter weiterbohren. Sehr harte Feinsteinzeug-Fliesen brauchen einen Diamantbohrer mit Wasserkühlung.

Schritt für Schritt

  1. Bohrstelle festlegen und prüfen

    Mit dem Leitungssucher prüfen, ob Strom- oder Wasserleitungen an der Stelle verlaufen (im Bad verlaufen Leitungen meist senkrecht über/unter Armaturen und Steckdosen). Wenn möglich in die Fuge oder den Fliesenrand ausweichen? Nein — besser mittig in die Fliese: Der Rand splittert leichter, die Fuge gibt dem Dübel weniger Halt.

  2. Abkleben und ankörnen

    Zwei Lagen Malerkrepp über die Bohrstelle kleben und die Position anzeichnen. Bei glasierten Fliesen die Glasur mit einem Körner oder einer alten Spitze vorsichtig anritzen — so verläuft der Bohrer nicht.

  3. Ohne Schlag durch die Fliese bohren

    Fliesenbohrer einspannen, Schlagfunktion AUS, niedrige Drehzahl, wenig Druck. Die Bohrmaschine gerade halten und die Fliese in Ruhe durchbohren — das dauert bei harten Fliesen ein paar Minuten. Bohrer zwischendurch abkühlen lassen (Becher Wasser daneben).

  4. In der Wand weiterbohren und Dübel setzen

    Ist die Fliese durch, auf Steinbohrer wechseln (gleicher Durchmesser) und — je nach Wand — mit Schlag weiterbohren, bis die Dübeltiefe erreicht ist (Bohrtiefe = Dübellänge + 10 mm). Bohrmehl absaugen, Dübel setzen: Er muss vollständig hinter der Fliese sitzen, damit sein Spreizdruck nicht die Fliese sprengt.

Werkzeug & Material

  • Bohrmaschine/Akkuschrauber mit abschaltbarem Schlag
  • Fliesen-/Glasbohrer in Dübelgröße
  • Steinbohrer in gleicher Größe
  • Leitungssucher
  • Malerkrepp, Körner, Wasserbecher zum Kühlen
  • Passende Dübel und Schrauben

Häufige Fehler

  • Mit Schlag durch die Fliese: Die Schlagfunktion ist der häufigste Grund für gesprungene Fliesen. Erst wenn der Bohrer vollständig in der Wand dahinter ist, darf der Schlag dazu.
  • Zu viel Druck und zu hohe Drehzahl: Druck erzeugt Hitze und Spannung — die Glasur platzt ab. Fliesenbohren ist Geduldsarbeit: geringe Drehzahl, das Werkzeug arbeiten lassen.
  • Dübel endet in der Fliese: Spreizt der Dübel in der Fliesenebene, drückt er sie beim Anziehen der Schraube auseinander. Tief genug bohren und den Dübel ggf. mit leichten Hammerschlägen (über Holzstück) ganz versenken.

Im Video gezeigt

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Feinsteinzeug — und was ändert sich?

Feinsteinzeug ist sehr hart, oft großformatig und klingt beim Klopfen hell. Normale Fliesenbohrer stumpfen daran ab. Hier brauchst du einen Diamant-Trockenbohrer oder Diamantbohrkronen und kühlst mit Wasser — die Bohrer sind teurer (10–25 €), halten dafür viele Löcher.

Darf ich in der Mietwohnung in Fliesen bohren?

Grundsätzlich ja, in üblichem Umfang (Spiegel, Handtuchhalter) — Bohrlöcher gelten als vertragsgemäße Nutzung. Wenn es die Fuge statt der Fliese tut, wähle die Fuge: Das Loch lässt sich beim Auszug spurlos verschließen. Vorher einen Blick in den Mietvertrag werfen, manche Verträge regeln das Bohren in Fliesenspiegeln explizit.

Kann ich ohne Bohren montieren?

Für Leichtes (Haken, Ablagen bis ~2 kg) gibt es Klebelösungen speziell für Fliesen, die rückstandsfrei wieder abgehen. Für Spiegelschränke, Duschstangen mit Zuglast oder alles Schwere führt an Dübeln kein Weg vorbei.

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