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Spülkasten läuft nach

Wenn dauerhaft Wasser in die WC-Schüssel rinnt, dichtet fast immer die Heberglocke (das Ablaufventil) nicht mehr — verkalkt oder mit verschlissener Dichtung — oder das Schwimmerventil schaltet nicht ab und das Wasser läuft über das Überlaufrohr ab. Beide Teile lassen sich entkalken oder für 10–25 € ersetzen. Auch beim Unterputz-Spülkasten kommst du über die Drückerplatte an die Technik — Wand aufstemmen ist nie nötig.

Schritt für Schritt

  1. Ursache bestimmen

    Deckel öffnen (bzw. Drückerplatte abnehmen) und beobachten: Steigt das Wasser immer weiter und läuft ins Überlaufrohr, ist das Schwimmer-/Füllventil defekt. Steht der Pegel normal, rinnt aber trotzdem Wasser in die Schüssel, ist die Heberglocken-Dichtung undicht. Ein Tropfen Lebensmittelfarbe in den Kasten macht feine Leckagen sichtbar.

  2. Wasser abstellen und Kasten leeren

    Eckventil des Spülkastens zudrehen (oder Absperrhahn), dann einmal spülen — der Kasten ist leer und du kannst trocken arbeiten.

  3. Heberglocke ausbauen und entkalken

    Die Heberglocke sitzt mittig über dem Ablauf: meist mit einer Vierteldrehung entriegeln und herausziehen (beim Unterputzkasten vorher Trennwand/Spülrohrbogen laut Hersteller-Anleitung entnehmen). Kalk mit Essig- oder Zitronensäurebad entfernen, die Gummidichtung an der Unterseite prüfen — verformt oder hart? Dann Dichtung oder gleich die ganze Glocke ersetzen (Hersteller und Modell vom Kasten ablesen).

  4. Schwimmerventil prüfen und einstellen

    Füllventil auf Kalk prüfen, Sieb im Zulauf reinigen, Schwimmer leichtgängig machen. Den Abschaltpegel so einstellen (Schraube oder Clip am Schwimmerarm), dass das Wasser 1–2 cm unter dem Überlaufrohr endet. Danach Eckventil öffnen und zwei Probespülungen machen.

Werkzeug & Material

  • Schraubendreher (für Drückerplatte/Deckel)
  • Eimer und Schwamm
  • Gummihandschuhe
  • Zitronensäure oder Essigessenz zum Entkalken
  • Ersatz-Heberglocke oder Dichtungssatz (modellgenau)
  • ggf. neues Füllventil

Häufige Fehler

  • Chemie-Entkalker in den Kasten kippen und weiterspülen: WC-Tabs und aggressive Entkalker im Dauerbetrieb machen die Gummidichtungen spröde — die häufigste Ursache für das Nachlaufen überhaupt. Verkalkte Teile ausbauen und im Bad entkalken, nicht im Kasten.
  • Falsches Ersatzteil kaufen: Heberglocken sind herstellerspezifisch (Geberit, Grohe, Sanit, …). Ohne Modellangabe oder altes Teil als Muster passt das neue mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.
  • Am Unterputzkasten die Wand öffnen wollen: Alle gängigen Unterputz-Spülkästen sind für die Wartung durch die Revisionsöffnung hinter der Drückerplatte konstruiert. Jeder Handgriff geht von vorn — die Fliesenwand bleibt zu.

Im Video gezeigt

Häufige Fragen

Wie viel Wasser kostet ein nachlaufender Spülkasten?

Ein dünnes, stetiges Rinnsal sind schnell 10–30 Liter pro Stunde — aufs Jahr gerechnet hunderte Euro Wasser- und Abwasserkosten. Die Reparatur amortisiert sich meist innerhalb von Wochen.

Beim Unterputzkasten traue ich mich nicht ran — wie schwer ist es wirklich?

Drückerplatte abnehmen (meist geclipst), Trennsteg herausziehen, Heberglocke entriegeln — die Hersteller haben Wartung eingeplant, und zu jedem Modell gibt es die offizielle Anleitung online. Mit Foto vom Kasteninneren findet der Baumarkt das passende Ersatzteil.

Nach der Reparatur füllt der Kasten sehr langsam — normal?

Meist ist das Sieb im Füllventil-Zulauf durch gelösten Kalk verstopft: Eckventil zu, Zulaufschlauch abschrauben, Sieb spülen. Danach füllt der Kasten wieder in 1–2 Minuten.

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