Decke streichen
Die Decke ist die Königsdisziplin des Streichens, weil jede Unregelmäßigkeit im Streiflicht sichtbar wird. Die Regeln: gut deckende, tropfgehemmte Deckenfarbe, eine mittelflorige Rolle am Teleskopstab, immer vom Fenster weg arbeiten und in Bahnen quer zum Lichteinfall vorrollen, dann längs zum Licht nass-in-nass ausrollen. Die ganze Decke in einem Durchgang ohne Pause streichen — und vorher großzügig abdecken, denn ganz ohne Spritzer geht es über Kopf nie.
Schritt für Schritt
Raum vorbereiten
Möbel raus oder mittig zusammenstellen und mit Folie abdecken, Boden mit Malervlies auslegen. Wandanschlüsse rundum mit Malerkrepp abkleben (breites Band oder Krepp mit Folienschürze). Lampe abnehmen, Strom für die Anschlussdose aus.
Untergrund prüfen
Nikotin- oder Wasserflecken schlagen durch normale Farbe immer wieder durch — vorher mit Isoliergrund oder Absperrfarbe blockieren. Stark saugende Decken (frischer Putz) mit Tiefengrund vorbehandeln.
Ränder vorlegen
Mit dem Pinsel oder der kleinen Rolle die Deckenränder und Ecken ca. 5 cm breit vorstreichen — abschnittsweise, damit der Rand beim Anschlussrollen noch feucht ist.
Fläche in zwei Richtungen rollen
Farbe satt aufnehmen, am Abstreifgitter abrollen. Bahn für Bahn quer zum Lichteinfall auftragen und sofort längs zum Licht ausrollen — ohne neuen Farbauftrag, nur verteilen. Immer nass-in-nass, vom Fenster weg zur Tür arbeiten.
Trocknen lassen und kontrollieren
Krepp abziehen, solange die Farbe feucht ist. Nach dem Trocknen im Streiflicht (Taschenlampe flach halten) kontrollieren; ein eventueller zweiter Anstrich läuft nach demselben Schema.
Werkzeug & Material
- Farbrolle mittelflorig mit Teleskopstab
- Kleine Rolle/Pinsel für Ränder
- Abstreifgitter und Eimer
- Malerkrepp (breit), Malervlies, Abdeckfolie
- Schutzbrille und Kopfbedeckung
- Deckenfarbe/Wandfarbe Deckkraftklasse 1 (ca. 0,15 l/m² pro Anstrich)
- Isoliergrund bei Flecken
- Tiefengrund bei saugendem Untergrund
Häufige Fehler
- Mittendrin Pause gemacht: Jede Unterbrechung hinterlässt einen sichtbaren Ansatz, den das Streiflicht gnadenlos zeigt. Die Decke ist ein Stück Arbeit am Stück — vorher trinken, dann durchziehen.
- Zu wenig Farbe auf der Rolle: Trocken gerollte Bahnen wirken wolkig. Lieber satt aufnehmen und am Gitter dosieren als die Rolle „auskratzen“.
- Flecken nicht isoliert: Nikotin und alte Wasserränder wandern durch drei Anstriche normale Farbe. Einmal Absperrgrund spart zwei frustrierende Extra-Runden.
Häufige Fragen
Decke oder Wände zuerst streichen?
Immer zuerst die Decke — Spritzer auf noch ungestrichenen Wänden sind egal. Danach die Wände, zum Schluss Lackarbeiten an Türen und Leisten.
Warum sieht meine Decke fleckig aus, obwohl die Farbe teuer war?
Meist Arbeitstechnik statt Farbe: ungleichmäßiger Auftrag, Pausen oder fehlendes Ausrollen in Lichtrichtung. Seltener saugt der Untergrund ungleich — dann hilft nur Grundieren und ein weiterer Anstrich.
Geht Streichen mit dem Farbsprühsystem schneller?
Auf leeren Flächen ja, aber der Abdeckaufwand ist enorm (Sprühnebel überall) und das Ergebnis übungsabhängig. Im bewohnten Zimmer bleibt die Rolle die pragmatische Wahl.
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