Rasen anlegen
Ob Aussaat oder Rollrasen — der Erfolg entscheidet sich im Boden: umgraben oder fräsen, Wurzeln und Steine raus, planieren, zwei Wochen setzen lassen, feinplanieren. Dann entweder Qualitätssaatgut (RSM-Mischung, ~25 g/m²) bei Bodentemperaturen ab 10 °C ausbringen — ideal von Mitte April bis Mai oder im September — oder Rollrasen verlegen, der sofort grün ist, aber pro m² das Fünffache kostet. In beiden Fällen gilt danach: 3–4 Wochen konsequent feucht halten, erst ab 8–10 cm Wuchshöhe das erste Mal mähen.
Schritt für Schritt
Termin wählen
Aussaat braucht dauerhaft ≥ 10 °C Bodentemperatur: Mitte April bis Ende Mai oder — oft sogar besser — September, wenn der Boden warm und die Verdunstung gering ist. Rollrasen geht die ganze frostfreie Saison, solange du zwei Wochen intensiv wässern kannst.
Boden vorbereiten
Alte Grasnarbe und Unkraut entfernen, Fläche 15–20 cm tief umgraben oder mit der Motorfräse (leihen) lockern, Steine und Wurzeln absammeln. Schwere Böden mit Sand abmagern, magere mit Kompost verbessern. Grob planieren und die Fläche 1–2 Wochen setzen lassen.
Feinplanum herstellen
Mit dem Rechen einebnen, Senken auffüllen, dann mit der Rasenwalze (leihen) oder Trittbrettern verdichten und nochmals abrechen. Das Feinplanum entscheidet darüber, ob der Mäher später über Buckel rumpelt.
Säen oder Rollrasen verlegen
Säen: RSM-Saatgut (z. B. RSM 2.3 Gebrauchsrasen) mit ~25 g/m² kreuzweise per Hand oder Streuwagen ausbringen, leicht einrechen (Lichtkeimer — max. 0,5–1 cm), anwalzen, Starterdünger geben. Rollrasen: Bahnen im Verbund fugendicht auf den vorgewässerten Boden legen, Kanten mit dem Messer anpassen, anwalzen.
Wässern und erstes Mähen
3–4 Wochen darf die Fläche nie austrocknen — bei trockenem Wetter täglich (Sprenger mit Timer ist der beste Freund der Keimlinge). Erster Schnitt bei 8–10 cm auf 5–6 cm, nie mehr als ein Drittel der Halmlänge. Voll belastbar ist gesäter Rasen nach 2–3 Monaten, Rollrasen nach 3–4 Wochen.
Werkzeug & Material
- Spaten oder Motorfräse (Leihgerät)
- Rechen und Schaufel
- Rasenwalze (Leihgerät)
- Streuwagen
- Rasensprenger, ideal mit Bewässerungstimer
- RSM-Qualitätssaatgut (~25 g/m²) oder Rollrasen (+5 % Verschnitt)
- Starterdünger
- Sand oder Kompost zur Bodenverbesserung
Häufige Fehler
- Billigsaatgut gekauft: „Berliner Tierpark“ & Co. enthalten schnellwachsende Futtergräser: erst dicht, nach einem Jahr lückig und mooszerfressen. RSM-zertifizierte Mischungen kosten doppelt so viel und halten Jahrzehnte.
- Zu tief eingearbeitet: Rasensamen sind Lichtkeimer — wer sie unterharkt wie Gemüsesaat, wartet vergeblich. Oberflächlich einrechen, anwalzen, fertig.
- Wässern nach einer Woche eingestellt: Die häufigste Todesursache junger Rasen: Die Keimlinge vertrocknen in einem einzigen heißen Nachmittag. Vier Wochen Gießdisziplin sind der Preis für dichten Rasen.
- Rollrasen auf Vorrat bestellt: Rollrasen ist lebende Ware und kompostiert sich auf der Palette binnen 24–48 Stunden selbst. Erst den Boden komplett fertig machen, dann liefern lassen und am selben Tag verlegen.
Häufige Fragen
Säen oder Rollrasen — was ist besser?
Säen: 0,10–0,25 €/m² fürs Saatgut, robustere Gräserauswahl, aber 2–3 Monate Geduld. Rollrasen: 3–8 €/m² plus Lieferung, sofort grün, nach einem Monat nutzbar. Für Familien mit Kindern und Hund ist Rollrasen oft das bessere Geschäft, für große Flächen die Saat.
Wie viel Rasensamen brauche ich?
Etwa 25 g/m² — ein 10-kg-Sack reicht für ~400 m². Mehr hilft nicht mehr: Zu dichte Saat konkurriert sich selbst tot.
Kann ich einfach in den alten Rasen nachsäen?
Bei lückigem, aber grundsätzlich intaktem Rasen ja: tief mähen, vertikutieren, Nachsaat-Mischung ausbringen, wässern. Ein komplett vermooster oder verunkrauteter Rasen wird mit Neuanlage schneller wieder schön als mit jahrelanger Flickerei.
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