Terrasse bauen
Eine Terrasse steht und fällt mit dem Unterbau: verdichteter Schotter (15–20 cm) mit 2 % Gefälle vom Haus weg, darauf Unkrautvlies, Betonplatten oder Stellfüße, dann die Unterkonstruktion (Alu hält länger als Holz) mit maximal 40–50 cm Achsabstand — erst dann kommen die Dielen. Bei der Wahl zwischen Holz (Lärche/Douglasie: natürlich, vergraut, will Pflege) und WPC (formstabil, splitterfrei, wird in der Sonne heiß) entscheidet der Geschmack; die Bauweise ist fast identisch. Für 15 m² brauchst du zwei bis drei Wochenenden.
Schritt für Schritt
Planen und abstecken
Fläche mit Schnurgerüst abstecken, Diagonalen vergleichen (rechtwinklig!). Höhe so planen, dass die fertige Terrasse 2–3 cm unter der Türschwelle liegt und 2 % Gefälle (2 cm pro Meter) vom Haus weg hat. Dielenrichtung festlegen — meist parallel zur Hausfassade, die Unterkonstruktion läuft dann quer dazu.
Unterbau herstellen
20–30 cm Mutterboden ausheben, Unkrautvlies einlegen, 15–20 cm Frostschutzschotter (0/32) lagenweise mit der Rüttelplatte (leihen!) verdichten, oben mit Splitt feinplanieren — das Gefälle gleich mit einbauen. Auf stabilen Bestandsflächen (alte Pflasterung, Betonplatte) kannst du direkt mit Stellfüßen arbeiten.
Unterkonstruktion verlegen
Betonplatten oder höhenverstellbare Stellfüße als Auflager (nie Holz direkt auf Schotter), darauf die Unterkonstruktions-Profile: Alu ist verrottungsfrei und gerade, Holz-UK aus Lärche muss mindestens die Dauerhaftigkeit der Dielen haben. Achsabstand 40 cm (WPC oft 30–40 cm laut Hersteller), an Stößen und Rändern doppelt auslegen, alles in Waage ± Gefälle ausrichten.
Dielen montieren
Mit 5–8 mm Fugenabstand (Abstandshalter) verlegen, Holzdielen mit je zwei Edelstahl-Terrassenschrauben pro Auflager vorgebohrt verschrauben — oder unsichtbar mit Befestigungsclips (bei WPC Standard). 2 cm Abstand zu Wänden und aufgehenden Bauteilen, Stirnseiten mit 3–5 mm Luft stoßen.
Abschlüsse und Pflege
Stirnseiten mit Abschlussleisten oder Blenden verkleiden, Schnittkanten bei WPC verdeckt einbauen. Holzterrassen einmal jährlich reinigen und nach Wunsch ölen (oder würdevoll vergrauen lassen); WPC braucht nur Wasser und Bürste.
Werkzeug & Material
- Rüttelplatte (Leihgerät)
- Kapp-/Handkreissäge und Akkuschrauber
- Wasserwaage (lang), Richtscheit, Schnurgerüst
- Gummihammer, Abstandshalter
- Spaten/Minibagger je nach Fläche
- Terrassendielen Lärche/Douglasie oder WPC (+ 10 % Verschnitt)
- Unterkonstruktion Alu oder Holz, Stellfüße/Betonplatten
- Frostschutzschotter und Splitt, Unkrautvlies
- Edelstahl-Terrassenschrauben oder Clip-System
- Abschlussprofile
Häufige Fehler
- Gefälle vergessen oder zum Haus geneigt: Stehendes Wasser lässt Holz faulen und drückt bei Schlagregen an die Fassade. 2 % vom Haus weg sind nicht verhandelbar — im Unterbau anlegen, nicht erst bei den Dielen.
- Unterkonstruktion mit Erdkontakt: Holz-UK direkt auf Erde oder Schotter saugt Feuchtigkeit und ist nach wenigen Jahren durch — immer auf Platten oder Stellfüße mit Luft darunter.
- Achsabstand zu groß: Bei 60 cm statt 40 cm federn die Dielen und WPC hängt in der Sommerhitze durch. Herstellerangabe der Dielen ist das Maximum, nicht die Empfehlung.
- Verschraubt ohne Vorbohren: Hartholz und Dielen-Enden spalten ohne Vorbohren; Schrauben ohne Edelstahl hinterlassen schwarze Gerbsäure-Flecken. Vorbohren + Edelstahl ist bei Holzterrassen Pflicht.
Häufige Fragen
Holz oder WPC — was ist besser?
Holz (Lärche ~40–70 €/m² Dielen) ist natürlich, reparierbar und bleibt barfuß angenehmer, will aber Pflege und vergraut. WPC (50–90 €/m²) ist splitterfrei und pflegeleicht, wird in praller Sonne aber deutlich heißer und dehnt sich stärker — die Herstellervorgaben zur Unterkonstruktion sind dort strenger.
Was kostet eine 15-m²-Terrasse?
In Eigenleistung: 1.200–2.500 € (Dielen, UK, Schotter, Schrauben, Leihgeräte) je nach Material. Vom Profi gebaut: 3.000–6.000 €. Der Unterbau macht etwa ein Drittel der Materialkosten aus — und ist der Teil, an dem man nie sparen sollte.
Brauche ich eine Genehmigung für die Terrasse?
Ebenerdige Terrassen sind fast überall genehmigungsfrei; Aufständerungen ab ~1 m Höhe, Überdachungen und Terrassen an Grundstücksgrenzen können genehmigungspflichtig sein. Im Zweifel kurz bei der Gemeinde fragen — und bei aufgeständerten Konstruktionen mit Absturzhöhe gehört die Statik in Profihände.
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